Kfz-Schutzbrief oder Verkehrsclub – was ist besser?

Mehr als jeder vierte Deutsche ist Mitglied in einem Automobilclub. Dabei gibt es eine günstige Alternative. Wichtiger als die Kosten sind aber die Leistungen. Welchen Nutzen bringt Autofahrern der Kfz-Schutzbrief?

Von der Panne bis zum Unfall: Wer vorgesorgt hat, kann im Notfall auf die Hilfe seines Autoclubs oder Versicherers setzen. Eine große Bandbreite an Leistungen bieten die verschiedenen Verkehrsclubs wie ADAC, AvD oder ACE – allerdings zu recht hohen Kosten. Wenn Sie auf einige dieser Angebote verzichten können, sind Sie mit einem Kfz-Schutzbrief gut beraten. Was genau das ist und welche Leistungen er abdeckt, erfahren Sie hier.

Was ist ein Kfz-Schutzbrief?

Der Schutzbrief ist eine Angebot der Kfz-Versicherung oder auch eines Automobilclubs, das bestimmte Leistungen enthält. Er ist deutlich günstiger als die Mitgliedschaft in einem Verkehrsclub, bietet aber vergleichbare Leistungen. Je nach Anbieter sind die Kosten recht unterschiedlich, sie beginnen jedoch bereits bei weniger als 20 Euro pro Jahr. Außerdem hängen sie von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel:

  • Sind Sie selbständig, angestellt, Rentner?
  • Möchten Sie sich nur für Deutschland absichern, für Europa oder weltweit?

Wichtig: Wer den Schutzbrief zur bestehenden Kfz-Versicherung hinzubucht, bezahlt häufig deutlich weniger.

Welche Leistungen deckt der Kfz-Schutzbrief ab?

Die Leistungen des Schutzbriefes unterscheiden sich von Versicherer zu Versicherer. Hier lohnt sich ein Vergleich der Angebote, die zumindest folgende Leistungen umfassen sollten:

  • Hilfe bei Pannen und Unfällen
  • Abschleppen
  • Krankenrücktransport
  • Stellen eines Mietwagens
  • Organisation und teils Bezahlen von notwendigen Übernachtungen bei Reparaturen
  • Rücktransport des defekten Fahrzeugs
  • Verzollung oder Verschrottung des Fahrzeugs bei Schadensfall im Ausland
  • Bei Diebstahl: Organisation und Bezahlen eines Mietwagens (meist bis 350 Euro); Rücktransport des Fahrzeugs, falls es wieder auftaucht
  • Übrigens ist der Schutzbrief nicht auf Autos beschränkt. Sie können damit auch andere Fahrzeuge absichern:
    • Mietwagen
    • Wohnmobil
    • Fahrrad
    • Motorrad

    Wer ist durch den Schutzbrief abgesichert?

    Der Schutzbrief gilt für das versicherte Auto, den Versicherungsnehmer und weitere berechtigte Fahrer (meist Ehepartner beziehungsweise Lebenspartner und Familienmitglieder). Außerdem gilt der Schutzbrief für alle Insassen des jeweiligen Fahrzeugs.

    Wann ist der Schutzbrief sinnvoll?

    Vor allem, wenn Sie häufig weite Strecken fahren, kann sich das Angebot lohnen. Denn einen Nachteil haben viele Schutzbriefe etwa gegenüber der Mitgliedschaft in einem Automobilclub: Ihre vollen Leistungen gelten erst ab einer Entfernung von mindestens 50 km vom Wohnort. Wenn Sie innerhalb dieses Radius einen Schaden haben, erhalten Sie nur eine eingeschränkte Hilfe. Beispielsweise müssen Sie sich dann selbst um einen Mietwagen kümmern und ihn auch aus eigener Tasche bezahlen.

    Beachten Sie vor Fahrten ins Ausland: Einige Schutzbriefe gelten nur im Inland. Andernfalls bietet er Ihnen auch dort die selben Leistungen wie zu Hause. Einige Tarife gelten sogar weltweit. Sie sind jedoch dementsprechend teurer.

    Was deckt die Kfz-Haftpflichtversicherung ab?

    Diese Pflichtversicherung deckt Schäden ab, die anderen durch Ihr Fahrzeug entstehen. Sie ist lediglich ein Basisschutz. Der Schutzbrief ist eine Leistung, die über die Kfz-Versicherung hinausgeht.

    Schutzbrief und Automobilclub – worin unterscheiden sie sich?

    Wenn es Ihnen nur um Leistungen wie Pannenhilfe geht, dann sind Sie durch beide Angebote gut geschützt. Hier gibt es kaum Unterschiede. Wer Mitglied in einem Automobilclub ist, kann zwar weitere Services – etwa Vorteilsprogramme oder eine Clubzeitschrift – nutzen. Diese Angebote bezahlen Sie allerdings auch mit einem höheren Beitrag.

    Kfz-Schutzbrief: Pros und Kontras im Überblick

    Pro Kontra
    Günstiger als Club-Mitgliedschaft Ähnliche Pannenhilfe wie Verkehrsclubs
    Keine Werkstattbindung Teils eingeschränkte Leistungen direkt am Heimatort
    Gilt für mehrere berechtigte Fahrer und alle Fahrzeuginsassen Gilt nur für das versicherte Auto

    Genügt die Mobi­li­täts­ga­rantie des Autoherstellers?

    Wer einen Neuwagen kauft, erhält in vielen Fällen vom Hersteller eine Mobilitätsgarantie. Auch sie stellt beispielsweise sicher, dass Sie nach einer Panne oder einem Unfall die Pannenhilfe des Autobauers in Anspruch nehmen können. Häufig enthält sie eine Reihe weiterer Leistungen, die auch im Schutzbrief enthalten sind.

    Allerdings gibt es Einschränkungen, die Sie bedenken sollten. Einige Beispiele:

    • Die Mobilitätsgarantie greift nicht, wenn Sie selbst die Panne oder den Unfall verursacht haben (beispielsweise durch versäumte Wartung oder Reparaturen).
    • Die Wartungen wiederum müssen Sie in Vertragswerkstätten des Herstellers durchführen lassen (Werkstattbindung).
    • Dadurch kann die zunächst kostenfreie Mobilitätsgarantie letztlich teurer werden als ein Schutzbrief, bei dem es keine Werkstattbindung gibt.
    Verwendete Quellen:

    • Statistisches Bundesamt
    • Verkehrsclub ADAC
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